Heute ist der 03.04.2025

Mit dem zum neuen Schuljahr beginnenden Wahlfach Kurdisch an staatlichen Schulen soll das Verhältnis zwischen der Mehrheit der türkischen Bevölkerung und der kurdischen Minderheit im Land verbessert werden. Es ist das erste Mal in der Geschichte der Türkei, dass Kurdisch in staatlichen Schulen gelehrt wird. An Universitäten gibt es bereits kurdische Studiengänge.

Die Kurden bilden die größte Minderheit innerhalb der Türkei. Rund 15 Millionen Kurden leben im Land, vorrangig an der Grenze zu Syrien und dem Irak. Da die Kurden von der türkischen Regierung lange Zeit nicht als eigenständiges Volk anerkannt wurden und ihre Sprachen und Gebräuche per Gesetz verboten waren, kam es immer wieder zu Aufständen, die in einen Bürgerkrieg mündeten. Zu Beginn der 1990er Jahre begann die türkische Regierung schließlich langsam mit Reformen, die den Kurden mehr Anerkennung brachten. So wurde auch das Verbot der kurdischen Sprache aufgehoben.

Der amtierende Ministerpräsident der Türkei, Recep Tayyip Erdogan, setzt sich mehr als jeder seiner Amtsvorgänger dafür ein, die Spannungen zwischen der türkischen Mehrheit und der kurdischen Minderheit zu lösen. Dennoch bleibt die Lage heikel und von Gewalt geprägt. Viele Kurden leben in großer Armut. Der neu eingeführte Kurdischunterricht an staatlichen Schulen ist aber ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Kurdische Politiker wünschen sich für die Zukunft noch umfassendere Umstrukturierungen im staatlichen Schulwesen und fordern, dass Kurdisch für kurdische Kinder zum Pflichtfach erhoben wird.

Ein kulturell faszinierendes Land wie die Türkei hat nicht nur Nationalmuseen, Nationaldenkmäler und Nationaltheater zu bieten, sondern auch ein Nationalgetränk, das erwachsene Urlauber durchaus kennen lernen sollten: den Raki.

Die Ursprünge des Raki liegen im 15. Jahrhundert. Sowohl die türkische als auch die griechische Bevölkerung des Osmanischen Reiches hat Raki hergestellt und bald für seine Verbreitung in andere Kulturkreise gesorgt. Das alkoholische Getränk besteht vor allem aus Anissamen und Weintrauben. Die Weintrauben werden getrocknet, vergoren und destilliert, um anschließend mit dem Anis angereichert und erneut destilliert zu werden. Der Alkoholgehalt liegt am Ende bei 40 bis 50 Prozent und der Geschmack erinnert an Lakritze.

In der Türkei wird der Raki traditionell mit Wasser verdünnt oder mit Eis versehen. Dies führt zum Louche-Effekt, zu einer milchige Trübung der ursprünglich klaren Flüssigkeit, die dem Raki auch seinen Beinamen Löwenmilch eingebracht hat. Für den Raki gibt es ein eigenes Glas, das sehr schlank und hoch ist.

Ein besonderes Erlebnis für Touristen ist die Rakıtafel, die in der Landessprache Rakı sofrası heißt. Dabei handelt es sich um ein festliches Vorspeisenbuffet mit vielen kalten und warmen Gerichten, zu denen der Raki getrunken wird. Für die richtige Stimmung sorgt türkische Arabeske-Musik. Die Teilnahme an einer Rakıtafel kann sich über viele Stunden hinziehen und bietet die Gelegenheit, Menschen kennen zu lernen und in die türkische Kultur einzutauchen.

In der Türkei gibt es eine Vielzahl von historischen Sehenswürdigkeiten, die griechische, römische und osmanische Einflüsse erkennen lassen und einzigartige Zeugnisse einer bewegten Geschichte von Kämpfen und Eroberungen ablegen. Eines dieser geschichtsträchtigen Bauwerke ist die Burg von Alanya, die sich darum bewirbt, 2013 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt zu werden.

Es wurde viel getan, um die über 2000 Jahre alte Burg zu einem würdigen Kandidaten für die offizielle Liste der wertvollsten Stätten der Welt zu machen. Durch zehnjährige Restaurierungsarbeiten ist die Burg von Alanya heute ein faszinierendes Open-Air-Museum, das viele Touristen anzieht. Das Interesse an der Burg und die finanzielle Unterstützung zu ihrer Erhaltung würden durch die Ernennung zum UNESCO-Weltkulturerbe weiter steigen.

Die Mauern der Burg haben eine Länge von 6,5 Kilometer. Insgesamt besteht das eindrucksvolle Bauwerk aus 83 Türmen, 140 Bastionen und 400 Zisternen. Innerhalb der Burg werden altmodische Seide- und Baumwollwebereien betrieben, Kunst ausgestellt und authentisches Essen serviert.

Im September wird das UNESCO-Komitee die Burg von Alanya besichtigen und sich einen Eindruck davon verschaffen, ob dem Bauwerk der Titel Weltkulturerbe zusteht. In der Türkei gibt es bereits elf Standorte, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören, darunter die Istanbuler Altstadt, die Archäologische Stätte von Troja und die antike Stadt Pamukkale.


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